Heute schon in Trance gewesen? Warum Hypnose das Normalste der Welt ist

Jeder kennt es, eigenständig in Gedanken versunken zu sein und alles um sich herum zu vergessen. Ob beim Telefonieren, über einem Problem brütend, beim Sport, vollkommen in einen Film vertieft oder ein Computerspiel, intensiv Musik hörend oder beim monoton über die Autobahn brettern … all das sind schon alltägliche Trance-Erlebnisse, manche selbst gesteuert, manche fremdgesteuert (Film, Fernsehen, Nachrichten, Geschichten, Games etc.). Aber ist man deswegen willenlos und manipulierbar?

Hypnose ist der Vorgang, die Methode, welche Trance einleitet. Es ist ein Zustand erhöhter Aufmerksamkeit und Konzentration. Äußere Reize werden eingeschränkt wahrgenommen, während man alles hören und fühlen kann. Die Hypnose-Trance ist ein veränderter Bewusstseinszustand mit aufmerksamer Wahrnehmung, die therapeutisch auf das innere Erleben gelenkt wird.

Eine Gedankenversunkenheit, ein Trance-Erleben, das therapeutisch genutzt und gesteuert wird im Sinne des Patientenauftrags. Eine Kurzzeittherapie von oft 2-10 Sitzungen, da an der Wurzel des Problems gearbeitet wird, im Unterbewusstsein. Bei der Therapiedauer gilt das „Laubhaufenprinzip“ , mit jeder Sitzung den Haufen abzuarbeiten und idealerweise vollständig zu beseitigen.

In uns arbeiten zum einen bewusst der Verstand (=Ratio, Denken) sowie immer im Hintergrund das Unterbewusstsein, welches abspeichert und reagiert. Hier gehören alle Automatismen eines Menschen dazu wie Herzschlag, Atmung sowie erlernte Verhaltensweisen wie Fahrrad fahren, Schuh zubinden, Ess- und Suchtverhalten. Emotionale Reaktionen auf bestimmte Situationen und Ereignisse sind hier auch gespeichert. Jeder reagiert individuell nach erlerntem Verhalten und persönlicher Überzeugung.
Eine Problemauflösung ist meist erst dann möglich wenn es im Unterbewussten verändert worden ist. Das ist das Ziel von psychotherapeutischen Verfahren, so auch bei Hypnose.
(Die medizinische Hypnotherapie ist seit 2006 vom Beirat der Psychotherapie wissenschaftlich anerkannt.)
Mit Hilfe der Hypnotherapie ist es möglich, im Unbewussten eine schnelle und effektive Veränderung herbeizuführen, wenn der Patient zur Veränderung bereit ist. So kann die therapeutische Trance positiv genutzt werden, um die eigenen unbewussten Kräfte zu mobilisieren.

Eine Erlebnis-Therapie: Im Alltag wird dieser Zustand gern mit „Kopfkino“ beschrieben.  Die Hypnose-Therapie nutzt die Vorstellungskraft und Konzentrationsfähigkeit des Patienten, um Lösungen für Erkrankungen zu finden.

Häufigste Fragen und Antworten (und Ängste) zur Hypnose

Wie fühlt sich Hypnose an?

Hypnose ist ein Trancezustand. Eine Trance an sich kann man nicht fühlen. Dabei sind wir ständig in Trance, weil es ein normaler, natürlicher Zustand ist. Erwarten Sie keine Zaubershow – denn jeder Mensch ist mehrfach am Tag in Trance, ohne dass er es merkt.
Sobald ich mich im Alltag auf etwas konzentriere, über einem Problem brüte, Auto fahre oder Musik höre und dabei alles um mich herum vergesse … man hört alles und fühlt alles und sinkt in eine innere Erlebenswelt. Hier kann man in der Therapie Dinge effektiv verändern, wenn der Patient sich darauf konzentriert und mitmacht.

Schlafe ich dann und bekomme nichts mit?

Nein. Hypnose ist keine Bewusstlosigkeit. Oft sieht es von außen wie schlafen aus. Hypnose ist ein Zustand der inneren Fokussiertheit. Man geht in das innere Erleben, auch „Kopfkino“ genannt. Hypnose erfordert Teamarbeit. Der Therapeut kann nichts „zurechtrücken“, wenn ich es nicht zulasse und mitarbeite. Das ist wie kurz vor dem Einschlafen oder wenn ich in einen Film vertieft bin – ich bin entspannt und bekomme alles mit. Ohne die Mitarbeit des Patienten passiert keine Veränderung.

Werde ich Dinge sagen, die ich eigentlich nicht sagen möchte?

Da ich jederzeit im Vollbesitz meiner mentalen und geistigen Kräfte bin, kann niemand dazu gebracht werden, etwas auszuplaudern, was ihm nicht recht ist. Etwas Persönlichkeitsfremdes wird nicht ausgeführt und auch Lügen ist in Hypnose möglich.

Bin ich in Hypnose willenlos?

Viele Menschen haben Angst vor Kontrollverlust. Das Wertesystem eines Menschen bleibt immer aufrechterhalten. In der therapeutischen Hypnose kann ich alles hören und auch fühlen, denn ich muss mich ja auch auf die Dinge konzentrieren, die mir der Therapeut sagt, um mir eine gewisse Vorstellung von den Dingen in der Hypnose machen zu können. Man bestimmt immer selbst, indem man sich eben konzentriert und sich die Dinge vorstellt – oder auch nicht – und die Augen öffnet und zurück kommt. Man muss sich bewusst darauf einlassen, um dann aktiv in der Trance innerlich mitarbeiten zu können. Hypnose eröffnet einen besseren Zugang zu den Gefühlen und auch Talenten und Stärken. Somit wird einem mehr gegeben als genommen.

Kann jeder hypnotisiert werden?

Hypnosefähig  und trancefähig ist jeder – wenn man es zulässt. Eine Grundmotivation muss vorhanden sein, wenn man es nicht will, geht man auch nicht in Trance.

Anwendungsgebiete der medizinischen Hypnose
  • Ängste und Phobien (z.B. unklare Angst; spezifische Angst wie Flugangst, Sprechangst, Angst vor dem Zahnarzt, Prüfungsangst/Lampenfieber, Angst vor Spinnen,Fahrblockaden)
  • Allergien
  • Burnout
  • leichte bis mittlere Depressionen
  • Erschöpfungszustände, nervlicher Stress, emotionale Belastung
  • Hauterkrankungen
  • Konzentrationsstörungen
  • Psychosomatische Erkrankungen
  • Störungen des Magen-Darm-Traktes
  • Traumabewältigung sowie Trauerbewältigung
  • Bruxismus (Zähneknirschen)
  • Selbstwertgefühl, vermindertes Selbstbewußtsein
  • Stimmungsschwankungen, Wut, Traurigkeit
  • Rauchen
  • gestörtes Essverhalten und Übergewicht

Das Therapieziel wird gemeinsam festgelegt. Therapeut und Patient schließen sich auf einer nutzbringenden, respektvollen Ebene zusammen. Die hypnotische Trance wird vom Therapeuten durch spezielle Techniken eingeleitet. Der Patient setzt den kritischen Verstand herunter (Fähigkeit, sich auf „Neues“ und Andere einzulassen= Hypnotisierbarkeit) und so bekommt man Kontakt zu unbewussten Prozessen (z. B. Fähigkeiten, Erinnerungen, Verhaltensmuster).
Während unser Wachbewusstsein denkt, reagiert das Unbewusste auf Gedanken und Glaubensmuster, speichert Erlebtes als Erfahrung. Unser Unbewusstes unterscheidet nicht zwischen Realität und Vorstellung. So können Fähigkeiten, Verhaltensweisen und körperliche Prozesse im Sinne der Therapie verändert werden. In der hypnotischen Trance bekommt man Zugang zu Ursachen von Erkrankungen und es kann zu positiven körperlichen und seelischen Veränderungen kommen.

Erfahren Sie mehr über den Ablauf der Hypnose-Therapie 

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