EMDR-Therapie (Eye Movement Desensitization & Reprocessing)

EMDR ist eine ganzheitliche, prozessorientierte Therapie zur Aufarbeitung belastender Bilder und traumatischer Erfahrungen durch Augenbewegung.

Informationen, die oft durch einen Schock nur noch isoliert im Gehirn vorhanden sind, werden durch diese Technik wieder zugänglich gemacht. Hier setzt der Verarbeitungsprozess wieder ein. Es ist ein anerkanntes Verfahren, dessen Wirksamkeit in Studien erwiesen ist.

Über die EMDR-Therapie

Ähnlich wie in der Hypnose geht man in belastende innere Bilder, nur dass hier durch die vom Therapeuten schnell gesteuerten Augenbewegungen der Prozess der Aufarbeitung eingeleitet und durchgeführt wird. Ähnlich wie wir nachts das Tagesgeschehen aufarbeiten und die Augen dabei in Bewegung sind, wird hier dieser Prozess der schnellen Augenbewegung genutzt, um belastende Ereignisse oder Bilder und Situationen therapeutisch zu verarbeiten. Die beiden Gehirnhälften synchronisieren sich und Heilung wird initiiert. Viele Bilder kommen und verändern sich, bewerten sich neu im Gehirn. Somit wird eine effektive therapeutische Arbeit geleistet, die Belastung der Bilder minimiert sich im Optimalfall auf Null und eine neue positive Selbsteinschätzung und der Situation wird möglich. Spezielle Techniken der Stabilisierung runden den therapeutischen Prozess ab.

Ablauf und Dauer der Therapie

Im Ersttermin (ca. 75  Minuten) wird die Krankheitsgeschichte des Patienten aufgenommen. Die Therapiemöglichkeiten werden erklärt und der Therapieverlauf grob festgelegt sowie eventuelle Begleittherapien besprochen (Mischformen mit Hypnosesitzungen, Ohr-Akupunktur, pflanzliche Mittel zum unterstützen des Prozesses, Schüßlersalze etc.). Nach der Festlegung der zu bearbeitenden Situationen und Bilder, einem gemeinsamen Check-up der Arbeitsmotivation und Kontraindikationen können wir mit dem EMDR- Prozess beginnen. Nun folgt die Stabilisierung des Patienten mit EMDR-Techniken und daraus resultierende „Hausaufgaben“ zum Üben des Patienten, um sich selbst in belastenden Situationen helfen zu können. Die Desensibilisierung erfolgt in mehreren Sitzungen, je nachdem wie viel Ballast der Patient mitbringt (es gilt das „Laubhaufenprinzip“).

Im Vergleich zu einer Psychotherapie, welche oftmals 50-90 Sitzungen andauert und im Bewusstsein arbeitet, kann mittels dieser therapeutischen Technik schnell und effektiv auf unbewusste Bilder zugegriffen werden ( wie auch bei Hypnosetherapie, Hypnoanalyse). Bilder und Ängste werden aufgearbeitet und in einen neu bewerteten Kontext gestellt. So verändern sich innere Bilder im Gehirn und neue Ressourcen werden freigesetzt, oftmals nach meiner Erfahrung in 3-10 Sitzungen.

Einsatzbereiche

EMDR kann bei einer Vielzahl von Symptomatiken hilfreich sein:

  • Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS)
  • Traumatisierungen
  • Angst und Panik
  • leichte Depression, depressive Episoden
  • Sucht (substanzgebundene und nichtsubstanzgebundene Abhängigkeiten)
  • Schlafstörungen
  • chronischer Schmerz
  • Konzentrationsstörungen
  • sozialer Rückzug, emotionaler Rückzug
  • Verlust der Lebensfreude
  • Reizbarkeit, Wutausbrüche
  • Vermindertes Selbstwertgefühl
  • Trauer
  • Psychosomatische Störungen

Kennen Sie den Unterschied zwischen EMDR-Therapie und „Wingwave“? Hier erfahren sie ihn!


Bitte beachten Sie: EMDR darf nicht angewandt werden bei Psychosen, schwerer Depression, Asthma, Herzinfarkt in der Krankheitsgeschichte, Epilepsie, Schwangerschaft, Netzhautablösung, Wahn/Wahnvorstellungen, Halluzinationen oder bei sekundärem Krankheitsgewinn (keine vorhandene Veränderungsmotivation).