Augen bewegen die Psyche: Ist die „wingwave“-Methode eine Light-Version der EMDR-Traumatherapie?

Therapie durch schnelle Augenbewegung – „Folgen Sie meinem Finger!“

Eine derzeit sehr gefragte Methode ist wingwave. Es scheint als werden Probleme einfach „weg gewunken“. Eine Behandlung mit geführten Augenbewegungen jedoch nichts Neues. Schon 1987 entdeckte Dr. Shapiro die EMDR-Therapie, welche heute weltweit zur Behandlung von Traumata und Angstzuständen therapeutisch anerkannt ist. Worin unterscheiden sich aber diese beiden Methoden?

Die wingwave-Methode ist ein Kurzzeit-Coaching-Konzept, keine vom Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie anerkannte Therapieform.

Die Diplom-Psychologen Cora Besser – Siegmund und Harry Siegmund haben erst 2001 die wingwave Methode begründet.
Mit wingwave wird ein kurzfristiger Ressourcen-Effekt durch das Erzeugen von „wachen“ REM – Phasen (Rapid Eye Movement- schnelle Augenbewegung, wie sonst nur im nächtlichen Schlaf) erreicht . Kombiniert wird das Coaching mit dem Myostatik Test zur Ergebniskontrolle, einer Art Muskeltest, bekannt aus der Kinesiologie sowie NLP Elementen. „Wingwaver“ arbeiten direkt und im belastenden Gefühl, welchem keine traumatische Belastung zugrunde liegen sollte.

Im Gegensatz dazu ist EMDR für traumatische Belastungen konzipiert.

EMDR arbeitet im Behandlungsprozess auflösend (dissoziiert) mit den belastenden Bildern (z.B. wiederkehrende Albträume). Hierbei wird sichergestellt, dass die Patient*in nicht retraumatisiert werden kann. Belastende Gefühle werden zum Schluss der Sitzung überprüft.

Dr. Francine Shapiro begründete bereits 1987 die EMDR Therapie, welche heute weltweit zur Behandlung von Traumata und Angstzuständen anerkannt ist. Dr. Shapiro -selbst belastet von traumatischen Erlebnissen- entdeckte beim Beobachten von sich orientierenden Zugvögelschwärmen den entlastenden Effekt von schnellen Augenbewegungen über physische, akustische und optische rechts-links Signale an den Körper. Über diese Signale findet eine schnelle Verknüpfung der beiden Gehirnhälften statt und eine effektive Aufarbeitung belastender Traumata, Bilder, Erinnerungen und Angstzuständen wird möglich.

Das wesentliche Element von wingwave ist die bilaterale Stimulation auf Basis der EMDR Methode. Wingwave Coaching ist keine Psychotherapie und kann diese auch nicht ersetzen.

Bei EMDR wird besonders behutsam vorgegangen. Der Therapiefortschritt wird am Ende der Sitzung direkt über Skalen überprüft, um den Belastungsgrad optimaler weise auf „null“ herunter zu fahren und negative in positive Selbstüberzeugung fühlbar zu verändern.

Beide Methoden haben eins gemeinsam: die Wiedervernetzung von rechter und linker Gehirnhälfte über schnelle Augenbewegung.

Über die Stimulierung einer schnellen Augenbewegung werden die Gehirnhälften angeregt sich wieder zu synchronisieren. Die Aufarbeitung belastender Erlebnisse und Gefühle wird so ermöglicht.

Weil beim EMDR mehr über geistige Bilder gearbeitet wird, kann es besonders bei schweren Belastungen angewandt werden, aber auch bei täglich zu verarbeitenden Erlebnissen und Ängsten.

Ob bei Schlafstörungen, leichten Depressionen, Konzentrationsstörungen oder lähmenden Erinnerungen, einem geminderten Selbstwertgefühl oder Angst und Panik unter Menschen, im Fahrstuhl oder bei Prüfungen: Ich entscheide immer von Patient zu Patient welche Methode hier am hilfreichsten ist. 

In meiner Praxis wende ich sowohl EMDR als auch Hypnosetherapie an. Bei belastenden Gefühlen ist die Hypnoanalyse mein Mittel erster Wahl. Das Aufarbeiten kann damit schnell und effektiv erfolgen.

(Quelle: nlpportal.org)

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